Lustige Geschichten vom Ausscheller von 1947 bis heute

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Die Perück´brennt
Nach der dunklen, braunen Zeit war man bei ULK 1947 zur 1. Nachkriegssitzung bereit. Doch herrschte Mangel allenthalten, und so kam es halt, dass die Sitzungssäle recht kalt. Sitzungsbesucher und Narren brachten, zum Glück, in Zeitung gewickelt als Eintrittsgeld die Kohlen mit. Für das ULK-Vorspiel 1949 “Die Loreley” lieh man aus mit Bedacht vom Staatstheater eine echte blonde Haartracht. Das Pfand 100 DM für die Perück, lieh man sich wohl, mit sehr viel Geschick. Vom Auftritt mit Sprach und Gesang ist nicht überliefert ob er auch gelang. Doch, dass die Perücke verloren ging, das ist den Alten noch fest im Sinn. Denn, nach dem Auftritt, zum Schutz in Papier eingeschlagen, wurde sie wohl, anstelle von Kohlen, zum Ofen getragen. 85 Mark als Einnahmen im Kassenbuch stand, bedenkt man die 100 Mark als Sicherheits-Pfand, dann weiß man, die ULKer schrieben damals, wie ich das seh, das Finanzlehrbuch für Lehman Brothers und EZB. Das Gesparte wurde in den Folgejahren gut investiert und Sitzungs-Vorspiele wurden lange Zeit mit Bedacht ausgeführt. Doch eines ist jedem ULKer seit dieser Zeit klar: Egal, was auch kommt, “wir leihen kein Haar”!

Die Bahnfahrt
Bahn fahren, zur ULKer Sitzung kommt man mit dem Zug das geht einfach, man ist meistens pünktlich und entspannt, einfach klug. So macht es in den 50gern auch Rudi Zörns, der ja bei ULK aktiv und meistens ging ja auch nichts schief. Für Büttenredner, Ihr wisst es schon, da gibt es stets als Narrenlohn 3-mal Helau, und auch den Orden für die Schatztruhe, so hat die närrische Seele ihre Ruhe. Für Hunger gibt es noch Weck und Worscht, und auch ein Fläschchen Woi noch für den Dorscht. Das hat auch Rudi so bekommen, und auch ganz gerne so genommen. Geplant hatte er hier ganz genau: Ich ess und trink das morgen gern mit meiner Frau. So war ganz klar der Narrenplan. Doch wie es kam, sollt ihr jetzt hier erfahr´n: Nach der Sitzung – ach wie schee, feiern ganz gern die Aktiven mit dem Komitee. Die Zeit vergessen, bis der Hahn gekräht war es für Rudis letzten Zug zu spät. Es war schon drei Uhr in der Nacht, als Rudi sich zum Bahnhof macht. Er dacht beseelt, um 5.30 Uhr geht die nächste Bahn, mit der kann ich ja auch noch fahr´n. Beim Warten kamen Hunger und Dorscht, Gottlob hat er ja Weck und Worscht! Und auch das Fläschchen ist geleert, als endlich dann der Zug einfährt. Müde, doch zufrieden, stieg der Rudi ein, doch war im Zug er nicht allein, randvoll mit Männern und auch Frauen, die in Rüsselsheim die Autos bauen. Ein alter Opelaner Mann spricht sofort unsern Rudi an: Horsch e mo, wieso fährst du hier mit, du schaffst doch bei dem Opel nit. Denn sonst, ich schwör ich könnt´s benennen, dann würde ich dich ja längst schon kennen. Auch wenn es dir nicht tut gefalle, ich kenn vom Opel einfach alle. Er setzt noch nach – besonders klug -; Dann ich fahr 10 Jahr schon in diesem Zug. Rudi schaut den Mann kurz an, schlagfertig er dann sagen kann: 10 Jahr im Zug, dazu tut er den Kopf streng wiegen, wo bist denn du bloß eingestiegen? Dein Leben istja richtig hart, was kost allein dich die Fahrkart!

1964 – Wirtschaftswunderzeit
Bei dem ein- oder andern wächst der Ranzen es lässt deutlich nach bei den Narren, die Lust zum Tanzen. Deshalb kam bei ULK schweren Herzens der Beschluss, dass man mit den Rosenmontags- und Dienstags-Narrenbällen aufhören muss. So zogen sich die ULKer von den Tanzveranstaltungen zurück, doch blieb davon in Laubenheim ein ganz kleines Stück. Denn unbeirrt wie in Gallien der Asterix, schloss die Familie Fuchs diese Lücke ganz fix. Und ruft seit 54 Jahren an Fastnachtdienstag auf jeden Fall, alle Narren in den Mainzer Hof zum Abschlussball. Vor dieser Ausdauer – Narretei das sage ich hier knapp, da zieht der Ausscheller einmal die Narrekapp.

Laubenheim wird Mainz
Das deutsche Wirtschaftswunder wirkt in der Zeit, auch Narren waren zum Wundern bereit. 1969 kam Mainz als Eingemeindung nach Laubenheim und bekam so endlich einen bekömmlichen Wein (so klinkt das vielleicht etwas krasser, aber wir haben hier auch das bessere Wasser). Laubenheim und ULK fand auch ein Narr besonders schee, Rolf Braun wurde Mitglied im ULKer Komitee. Seine Vorträge, die beliebt und begehrt, hat man bei ULK zuerst oft gehört. Er wirkte belebend, machte ULK da sehr froh, und erhöhte gewaltig das Sitzungsniveau.

ULKer gründen die NDW
Ein Sänger, der sehr gut bekannt, bei uns ULKern auf der Bühne stand, mit neuem Lied, modern und jung, brachte er das Publikum in Schwung. Doch mitten in Vers Nummer Zwei, war es mit seinem Schwung vorbei, seinen Text vergessen, doch unverzagt, hat er einfach ein La, La, La gewagt. Das Publikum war richtig fit, machte schnell beim La-La-La auch mit. Als beim Sänger der Text war wieder da, sang man im Publikum weiter nur La-La-La. So wurde ULK wohl die einzig wahre Quelle, für die Musik der neuen deutschen Welle. Ein anderes La-La-La, ich erwähne es nur nebenbei, war als Hit damals auch schon dabei.

Neues aus dem Schwarzwald
In den Schwarzwald zu fahren, das wurde schon, nach 1970 bei der ULK zur Tradition. Mitteltal, Baiersbronn, Hotel zum Lamm, geboren wurde hier das nächste Programm, das Vorspiel geübt, an Texten gefeilt und so manches Getränk und auch Zimmer geteilt. Überliefert sich ganz lustige Stunden, Heinz Böttcher wurde einst von einem Gummihuhn entbunden. Der Facharzt Prof. Trinkmann als Hebamme am End, natürlich gespielt vom Sitzungspräsident. Am Schützenfest nahm ULK auch teil und ich sage mal knapp, man schoss nicht den Vogel sondern die Halterung ab. Mit der regionalen Bevölkerung wurde meenzerisch fraternisiert und intensiv mit so manchem Mädel poussiert. Wenn sich Dialekt wie Haarfarb vererben könnt, dann sage ich hier nur eins dann klingt es heute im Schwarzwald verdammt echt nach Mainz.

Wo iss die rot Nos?
Ein Redner, ich sage den Namen hier nit, der kam nach 1990 gern in die ULKer Bütt. Rot war die Nase, schnell war das Mundwerk und weis die Handschuh, und mit den Händen, es passte die Gestik immer dazu, er schlug auf die Bütt und faste gern an den Rand, jetzt habt Ihr den Mann sicher alle erkannt Vor´m Auftritt beim ULK, war plötzlich die Aufregung groß, ei wo ist sie denn blos die wichtig rot Nos, hektisch wurde hinter der Bühne gesucht, es wurde geschimpft und so richtig geflucht. Doch gebe ich zu, so ganz unumwunden, die ritzerot Nos, die wurde nicht gefunden. Sie war weg, verlegt, verloren! Oder gar geklaut? So manchen Kosenamen rief man jetzt wütend, sehr laut. Man nannt sich A.-Loch und sogar Bobbes, aber seit diesem Tag trägt so en Nos auch en Hobbes.

21 stört
2001 wie das so geht, es kamen die Gastaktiven deutlich zu spät. Deshalb hat der Präsident wie man so sacht, die Pause mit 44 Minuten schon mal länger gemacht. Für den Wirt war das Spitze, er hatte es nicht schwer, am Ende der Pause war das Bier schon mal leer. Doch für die 2. Hälfte der Sitzung war es nicht ganz so toll, Tisch 21 war bis zum letzten Mann bis oben hin voll. Doch auch im Teil 2 war es für das Timing ein Graus, es fielen weitere Gastredner aus. Die Saallieder waren auch schon gesungen, man war zum Improvisieren gezwungen. Rudolfs erster Auftritt als Bonbonprofessor, die Stimmung an Tisch 2 wurde dadurch nicht besser. Tisch 21 feierte alkoholisiert sein eigenes Fest, man wurde laut und störte den Rest. Da nahm der Präsident wütend die Schell, und erklärte dem Tisch 21 dann schnell. Ist euch bei uns das Niveau zu hoch, ich habe es jetzt satt, dann nehmt eure Gläser und geht in die Wiesbadener Stadt. Ob sie gegangen oder geblieben, das hat keiner bei ULK aufgeschrieben. Doch wenn Ihr bei ULK das Wort Tisch 21 mal hört, dann seit bitt4e leise, denn dann wisst Ihr Ihr stört.

De Pälzer pennt
2014 in der Sitzung Nummer 2, als Schluss war der Pfälzer dabei, nur was in der Regie keiner ahnt, der Chormann hatte sich doppelt verplant. 50 Minuten so groß war das Loch, was tut und hilft uns da jetzt noch, zuerst war es uns noch gelungen, nach 2 Zugaben wurde zum ersten Mal das HediMeenzer-Programm ausgesungen. Dann wurden dem Komitee zur Qual, Lied um Lied gesungen in dem Saal. Doch dann half Gott Jokus uns aus, zufällig war noch ein ULK Aktiver im Haus. Jochen Behrendt mit dem Altstadtadel hielt eine Rede ohne Tadel. So ist es uns dann noch geglückt, die Lücke wurde ohne Hänger gebrückt. Nur beim Ausmarsch – ich sage es mal krass, war manche Hose beim Komitee nass, und wir wollen es nicht verhehlen, vom vielen Singen waren trocken die Kehlen.

Reinholds Weste
Das Komitee Outfit sollte nach 30 Jahren, 2011 mal eine Neuerung erfahren. Das Sakko sieht noch recht gut aus, doch wird es recht heiß, meist nach der Paus, deshalb, wäre es am Allerbesten, wir kaufen uns noch rote Westen. So kam der Komiteebeschluss, das man in der Paus in die Westen wechseln muss. Die West war neu – so kam es allein, mancher vergass die Weste daheim. Das ist nicht schlimm, denn stellt man es fest, leiht man von einem Freund die West. Nun Ihr habt es sicher gleich durchschaut, nicht alle Mann sind gleich gebaut. Unser Reinhold körperlich XL, leiht sich die Weste schnell, von Martin, ja wie sage ich es bloß, der Mann ist aber 6 XL groß. In dieser Weste, ich darf es sagen, wirkte Reinhold wie ein Hungerhaken. Doch Reinhold, ja der kennt da nix, mit Wäscheklammern und Draht ganz fix, macht er sich an die Weste ran, bis er sie stolz uns zeigen kann. Die Frontansicht für das Publikum, war optisch nicht schlecht, aber ein wenig krumm. Denn all der Stoff der Zuviel, ganz unumwunden, war auf dem Rücken zum Dutt gebunden. Bei jedem aufstehen, klatschen, oder schunkeln, da hörten wir den Reinhold munkeln. die Klammer drückt, der Draht der zwickt, hab ich mich doch Zuviel gebückt, schaut mal nach und sagt mir bitte, sitzt auch mein Draht noch in der Mitte. Doch wie es geht auf dieser Welt, der Draht die ganze Sitzung hält. Doch seit dem Tag, das stell ich fest, vergass kein ULKer mehr die West.

Narrenversprechen sind keine Wahlversprechen
Wir ULKer versprechen, in der kommenden Zeit, dass wir halten für jeden Narren die Bühne bereit. Und in närrischer Tradition, verhandelt der Vorstand schon mit Frau May, Donald Trump und Erdogan. Ihr dürft das hier schon mal erfahr´n, denn eigentlich weiss jedes Kind, dass die “Ganzjahres – Narren” sind. Nur sagen wir es hier einmal knapp, auf dene Schwellköpp fehlt doch nur die Kapp