Bericht Lokale Zeitung, Damensitzung

Völlig losgelöst zum Sternenhimmel

Die Damensitzung der ULKischene Kohlmeisen begeisterte mit einem abwechslungsreichen Programm. Foto: red

LAUBENHEIM – Der Spielmanns- und Fanfarenzug der Ranzengarde, ein bunter Mix an Garden und das Damenkomitee zog in die vollbesetzte Sporthalle ein. Eva Renate Marx Moilier und Christoph Thelen von den Rosa Käppcher animierten die Besucher gleich zu einem gemeinsamen „Tschitschiwa“-Tänzchen.
Sitzungspräsidentin Gabi Schott begrüßte die Gäste und die gute Laune des Damenkomitees sprang sofort aufs Publikum über. Völlig losgelöst waren die Mädels beim Auftritt von Patrick Himmel. Er entführte alle in den „Sternenhimmel“. Mit ihm würde so manches Mädel gerne mal in „einem Bett im Kornfeld“ schlafen, allerdings wollte Patrick dann doch lieber „Cordula Grün“ wiedersehen.
Der liebenswerte „Bauer“ Tobias Paltz hatte einen tollen Schlachtruf: „Who let the dog out hu, hu huhu hu.“ Mit den Frauen klappt es leider immer noch nicht, daher war er wieder mit Mutti und ihrem tiefergelegten Rollator unterwegs, die dann wegen einem Pferdekuss zum Viehdoktor musste.

Richtige Gardisten, die gegen Mucker und Philister den Kampf ansagen, waren die gestandenen Männer der Altrheingarde. Olga Orange: Eigentlich war ihr Plan, an einem Drahtseil auf die Bühne zu fliegen, so wie Helene Fischer, doch die süße rote „Piermont Kirsche“ und einzige „Frau mit Stiel“ zog dann doch den normalen Aufgang zur Bühne vor.
In diese Fleischworst hätte man gerne mal reingebissen: Matthias Bott stellte fest, dass Gott Jokus die Erde nur einmal geküsst hat und zwar da, wo der Meenzer die Fleischworscht isst. Wenn Gunther Raupach mit seiner Frau in den Baumarkt geht, dann ist das Chaos schon vorprogrammiert. Nun ging es nach Bayern und von dort geradewegs in die Hölle mit den Jungs von „Mann-O-Mann“. Sie tanzten zu „Highway to hell“ und verwandelten den Saal in ein wahres Höllenfeuer.
„Die Welt ist voller Sonnenschein“ – genau wie die Sonne strahlten die „He Di Meenzer“ mit ihren grandiosen Stimmen. „In Laubenheim sind ganz viele Scheppe, da fehle die Treppe“, stellte Woody Feldmann fest und organisierte sich eine Treppe, damit sie mit ihren 1,58 Metern von der Bühne runterkam. Wieder mal war die liebe Woody in der Fastnachtszeit mit hochdepressiven, alkoholisierten Männern unterwegs. Die Kapelle durfte spielen was sie wollte und Woody überlegte sich spontan einen Text.
Eine Augenweide war das Damenballett des LCC. Sie begeisterten mit ihrer waghalsigen Akrobathik und ihrem Anmut. Wenn Ciro Visone kommt, dann denken die Mädels im Saal sofort an „Amore“. Dieses Jahr übte er sich als Restauranttester. Durch das ständige Essen nimmt er nun immer seinen Hamster mit auf die Waage, um dann festzustellen: „Haben wir wieder zugenommen.“

„Marktbesucher“ Kevin Raupach animierte das närrische Publikum zum Mitsingen und stellte fest, dass er nach 8 Schoppen seinen Namen auch rückwärts sagen kann. Auf große Piratenfahrt ging es mit den Mainzer Klinikathleten. Sie präsentierten ein atemberaubendes Bühnenprogramm aus Tanz und Akrobatik. Ein absolutes Highlight dieser Damensitzung waren die „O-Towns“. Ihr sehr aufwendig gestaltetes Bühnenbild versetzte das Laubenheimer Publikum ins alte Ägypten zurück.
Mit einem Mix aus Meenzer Fastnachtsliedern zog Julia Döring alle im Saal in ihren Bann. Zum großen Finale spielten die „Rhoirevoluzzer“ auf.

Bericht Lokale Zeitung

Von Gardisten eingerahmte Rheinnixe
Ein tolles Bild: „Rhein-Nixe“ Julia Döring, eingerahmt von zahlreichen Gardisten. Foto: Ralph Keim
Bringen gesungene Zeitkritik: die „Maledos“. Foto: Ralph Keim

 

 

 

 

 

 

 

LAUBENHEIM – Es kommt nicht oft vor, dass eine Fastnachtssitzung direkt zu Beginn, beim Einmarsch von Komitee und Garden, einen ersten Knaller bietet. Bei der ULK-Sitzung war das der Fall. Denn es war Julia Döring, die mit ihrem Gesang den Einmarsch zu einem ganz besonderen Erlebnis machte, sodass der Stimmungspegel gleich zu Beginn nach oben schnellte. Julia Döring als charmante „Rhein-Nixe“, den Klassiker „Im Schatten des Doms“ singend, eingerahmt von stolzen Gardisten – das war schon ein tolles Bild.
Aber auch das nachfolgende Programm, durch das Uwe Merz souverän als Sitzungspräsident führte, hatte es in sich, ließ keine Wünsche offen. Ob Kokolores, politisch-litararische Fastnacht, Gesang oder Ballett – die ULK-Sitzung bot hochkarätige Akteure. Langatmige Hänger gab es nicht.

Kai-Uwe Ludwig ist bei den ULKern der Laubenheimer „Ausscheller“. Foto: Ralph Keim

 

 

 

 

 

 

Bernhard Knab beispielsweise brillierte als „Deutscher Michel“, der schonungslos die Finger in die Wunden der Gesellschaft legte. Matthias Bott stapfte als „Miss Fleischworscht“ auf die Bühne, während Adi Guckelsberger in seiner Paraderolle als „Nachtwächter“ das Publikum zum kollektiven Mitreimen animierte. Gunther Raupach kam als „Mann, mit dem man rechen kann“, Kevin Raupach als „Mainzer Apfelmann“.
Eine Besondersheit bei der ULK-Sitzung: Mit dem „Ausscheller“ lassen die ULKer eine Laubenheimer Symbolfigur auferstehen. Es ist Kai-Uwe Ludwig, der dann die Laubenheimer und die Mainzer Ereignisse und Themen der zurückliegenden Monate gekonnt glossiert und damit das klassische Protokoll kreativ variiert.
Eine weitere Besondersheit der ULK-Sitzungen in diesem Jahr: Sitzungspräsident Merz nimmt augenzwinkernd die verschärften Brandschutzvorschriften auf´s Korn, die die in die Jahre gekommene Sporthalle als Austragungsort und damit auch die Sitzungen der ULKer betrifft. Sein Rat an die Besucher im Saal: „Trinkt lieber Wein und lasst das Wasser stehen.“ Für den Fall der Fälle.

 

Bernhard Knab als „Deutscher Michel“. Foto: Ralph Keim

 

 

 

 

 

 

 

Mit den Maledos, dem Gesangsduo Dieter Kral & Hennes Schneider und den Mainzer Hofsängern hatten die Programmverantwortlichen hochkarätige Stimmungskanonen der gesungenen Verse engagiert. Das Ballett „Fit 4 Dance“ setzte ein tolles optisches Ausrufezeichen, die Klinikathleten sorgten für begeistertes Staunen, während Olga Orange gepflegten Kokolores mit Travestie verknüpfte.
Und dann trat Willi Steinbrech auf: Der Grandseigneur der Mainzer Fastnacht hatte wieder einen feinen Vortrag geschmiedet, voller Wortwitz und unerwarteten Redewendungen. Bei Willi Steinbrech lohnte es sich, die Aufmerksamkeit auch zu vorgerückter Stunde noch einmal zu erhöhen.
Denn nach Willi Steinbrech steuerte die ULK-Sitzung auch schon auf das Finale zu, das die „Tugendbolde“ gestalteten