Der Ausscheller auf Zeitreise


Wie entstand der ULK in 1930?

Wenn Narren sich streiten und dann noch entzwei´n entsteht fast immer – ein neuer Fastnachtsverein. 1930 war es in Laubenheim dann soweit, Kohlmeisjer und Kohlmeise – die hatten dann Streit. Um was der Streit ging, das erkläre ich mal schnell: Hält unser Ausscheller in der link oder recht Hand – die Schell! Die Schell in der linken, ihr habt es schnell kapiert, wurde von dem äh oder anner „BRAUNE“ favorisiert. Für die ULK hat de´Ausscheller rechts die Schell, wie am Denkmal bewiesen. Denn dann braucht er die Hand nicht heben zum Grüßen! Wenn man den Namen konkret und genau mal jetzt nimmt, die Forderung ULK „U nmöglich L inks K lingeln – stimmt!

ULK – was en´Name

Kaum war der neue Verein – flott gegründet, hat sich der Streit – gleich wieder entzündet. Mit DENEN – da klappt nix, sagten die Kohlmeisen fix. Die Antwort war ULK – ihr könnte es erahnen: Unser Laden klappt, jetzt steht´s – ach im Namen! Der Schlachtruf „Unser Laden klappt“ – war sicher ein Hit, denn das Helau – kannte´mir in Mainz – 1930 noch nit. Nach dem Krieg gab´s keine BRAUNE Ahnen mehr, Deshalb fiel das Andenken im Namen nicht schwer. Um den Wurzeln jedoch „EHRE“ zu erweisen, wurd de´ULK zu „Umgetauften Laubenheimer Kohlmeisen“! Beim Namen ULK wird vielleicht auch nicht klar, ob es ein Bezug zur „ULK – Satire – Zeitschrift“ war, doch vielleicht wird nur – wie im Duden definiert – ULK für Spass, Unfug & Witz – als Name geführt! Was es auch  heißt – sucht es Euch doch aus, ULK – wir machen ganz einfach das Beste daraus. So dass ich heit hier laut sagen kann, ULK ist de´Name und ULK ess´Programm!!!

Die ULK´er von 1930 bis 1939

1930 – 1940 die ULKer 1. Dekade, eine schwere Zeit, dess ist unschwer zu errate. Mit „Heil ULK“ wurde im Saal 1933 der Volksgruß verhöhnt, schnell wurden dann ach – durch Kontrolle – die Texte geschönt. Ja – anfangs hat man sich vierfarbbunt so manches getraut, nach 33 wurde vieles – meist bräunlich versaut! Einzig „EIN“ Narren Licht, in DIESER Stadt das beugte sich nicht! Unter der Hand hat man auch beim ULK immer gefragt, was hat denn der Seppel Glückert wiedergesagt? Und jetzt – heit Abend hier, Ich für Euch – ihn mal zitier: 1931 hört man von ihm: „Heil ruft man hier, Heil ruft man dort, Ein Silbchen nur – fehlt diesem Wort. In allen deutschen Landen, Ist „UN“ – heil nur daraus entstanden“!

Viele fanden diese Reime gut, doch ES zu sagen – dazu gehörte Mut!!! Das hat ER – dann auch selbst gesagt, un´1933 diesen Reim gewagt: Zu reden hier heut – braucht man Mut, weil, eh mer sich vergucke dut, als Opfer – seiner närrisch´Kunst, wird oiquartiert mer – ganz umsunst!!! Nach der Kampagne 39 – wurden die Sitzungen eingestellt, weil leider nun der Krieg – beherrscht´die Welt!!!

Die ULK´er von 1940 bis 1950

Nach der dunklen, schlimmen, braunen Zeit, war man beim ULK ´47 zur „1. Nachkriegssitzung“ bereit. Durch Mangel allenthalben – kam es halt, dass die Sitzungssäle – blieben bitter kalt! Sitzungsbesucher und Narren – brachten zum Glück, in Zeitung gewickelt – als Eintrittsgeld „Kohle“ mit. Für´s ULK-Vorspiel ´49 „Die Loreley“ lieh man aus – mit Bedacht, vom Stadttheater – eine echte, blonde Haarestracht. Das Pfand – 100 DM für die Perück, leihte man sich wohl – mit viel Geschick. Vom Auftritt – mit Sprach und Gesang, ist nicht überliefert, ob er auch gelang. Doch das die Perück verloren ward, dess hot bei de´ALTE“ – en´lange Bart! Denn nach dem Auftritt – zum Schutz – in Papier eingeschlagen, wurd´sie wohl an Stelle – von Kohle zum Ofen getragen. „85 Mark“ – als Einnahmen im Kassenbuch stand, bedenkt man die „100 Mark“ – Sicherheits-Pfand. Dann weiß man, die ULKer schrieben damals, wie ich dess eh´, „DAS Finanzlehrbuch“ – für Lehman Brothers und EZB!!!

Die ULK´er von 1950 bis 1960

Das Gesparte wurde in den Folgejahren gut investiert, und Sitzungs-Vorspiele wurden lange Zeit mit Bedacht uraufgeführt. Doch eines ist jedem ULK seit dieser Zeit klar, egal was ach kimmt -„Wir leihen kein Haar“! Maskenbälle und Sitzungen waren stets gut besucht, und in vielen Jahren war de´ULK ganz schnell ausgebucht. Erst gab es im Jahr nur eine Sitzung, dann wurden es zwei, und ab 1960 jährlich – dann drei. Aus dieser Zeit – Ihr – e´Geschicht´jetzt hört, Drum – uffgebasst und nit gestört!

Ein ULK´er Nachtrag für die Zeit von 1950 bis 1960 „Rudi Zörns“!

Zur ULK´er Sitzung kommt man mit dem Zug, mer iss pünktlich und entspannt, dess iss efach klug. So gelebt vum Rudi Zörns der ja beim ULK aktiv, und in de´Reschel ging ach nix schief! Für Büttenredner, Ihr wisst´s ja schon, da gibt es stets als Narrenlohn: „3 mal Helau“ und den Orden für die Truhe, so hat die närrische Seele ihre Ruhe. Fer de´Hunger – gibt´s Weck und Worscht, und e´Fläschchen Woi – noch gesche Dorscht. Das hat auch Rudi verdient bekommen, er hat´s ach gerne mitgenomme´. Geplant hat er dess ganz genau, dess ess & trink´ich morsche mit de´Frau! So war – ganz KLAR der Narrenplan, doch wie´s kam, sollt ihr jetzt erfahr´n: Nach der Sitzung ach wie schee, feiern ganz gern die Aktiven mi´m Komitee. Die Zeit vergesse, bis de´Hahn dann kräht, war´s fern Rudi soin letzte´Zug zu spät. Es war schon gesche drei Uhr in der Nacht, als Rudi sich zum Bahnhof uffgemacht. Er dacht beseelt, um halb 6h geht die nächst´Bahn, mit der kann ich donn auch schon fah´n. Beim Warte´kame de´Hunger und Dorscht, Gottlob – hat er ja noch de ´Weck und die Worscht. Und auch dess Fläschchen ist geleert, als endlich dann – der Zug einfährt. Müde – doch zufriede´, stieg Rudi ein, doch war im Zug – er nicht allein. De´Zug – randvoll mit Männer & Frauen, die in Rüsselsheim schöne Autos bauen. Ein alter Opelaner Mann, spricht sofort unseren Rudi an: Horsche mol, wieso fährts du hier mit? Du schaffst doch garnit, beim Opel nit! Denn sonst, ich könnt es dann benenne, würde ich dich sicherlich schon kenne. Un´wenn´s Dir tut – ach nit gefalle, ich kenn vun Opel einfach alle. Un´er setzt noch nach – besonders klug, denn ich fahr schunn 10 Jahr mit ém Zug.

Die ULK´er von 1960 bis 1970!

´64 – Wirtschaftswunnerzeit – beim O oder Onner wächst gonz schee de´Ranze, un´es lässt deutlich nach, bei de´Narren – die Lust zum tanze´. Deshalb kam beim ULK – schweren Herzens der Beschluss, dass man mit den „Rosenmontags & Dienstag- Narrenbälle“ uff hern muss! So zogen sich die ULKer von den Tanzveranstaltungen zurück, doch blieb davon – in Laubenheim ein kleines, feines Stück. Denn unbeirrt – wie in Gallien der Asterix, schloss Familie Fuchs diese Lücke fix. Und ruft seit 54 Jahren an Fastnachdienstag auf jeden Fall, alle Namen – in den „Mainzer Hof“ zum Abschlussball! Vor dieser Ausdauer – Ihr Narre´dess sag´ich knapp, do zieh´ich als Ausscheller – ach moi Kapp´! Das deutsche Wirtschaftswunder wirkte in dieser Zeit, und auch Narren waren zum Wundern jetzt bereit. Denn ´69 kam Mainz als Eingemeindung nach Laubenheim, und bekam so endlich einen klasse, gehaltvolle´Wein. So – dess klinkt vielleicht sogar noch krasser, aber mir habbe ach ess bessere Wasser!!! De´Rudi schaut den Mann kurz an, un´schlagfertig er dann sagen kann: „10 Jahr im Zug“, dazu tut er den Kopf streng wiegen, wo bist denn – DU – bloß eingestiegen? Doi Lebe´ist traurig & richtig hart, was alläh´kost – so e´Bahnfahrkart!!!

Die ULK´er von 1970 bis 1980

In den Schwarzwald zufahren – das wurde schon, seit 1970 beim ULK – zur Tradition. Mitteltal, Baiersbronn, „Hotel zum Lamm“, geboren wurde hier – das nächste Programm! Ess´Vorspiel geübt, an de´Texte gefeilt, und so manches Getränk und ach Zimmer geteilt. Überliefert sind viele, frohe, lustige Stunden, De´Böttcher Heinz, hott emol e´Gummihuhn entbunde´. De´Facharzt Prof. Brinkmann als Hebamme am End´, natürlich gespielt vum damalige Sitzungspräsident! Ach am Schützenfest nahm de´ULK teil und ich sag´knapp, mer schoss nit nur de´Vogel – nää achs Halteseil ab! Mit der regionalen Bevölkerung wurd´uff meenzerisch fraternisiert, und intensiv – mit so monchem Meedsche poussiert! Dess hatte Folgen – dess iss jo klar, un´monch Kind – hot dort – jetzt „ROTE“ Haar! Wenn Dialekt un´Haarfarb´wern EINS, donn wer im Schwarzwald – ach noch Mainz!!! Laubenum un´de´ULK fand in´69 ein bekannter Narr besonders schee, un de Rolf Braun wurd´Mitglied im ULKer Komitee. Seine Vorträge – welche stets beliebt und begehrt, hot mer beim ULK in de´Reschel zuerst gehört. Er wirkte belebend, machte den ULK sehr froh, und erhöht gewaltig – dess Sitzungniveau!!!

Die ULK´er von 1930 bis 1990

Nach langen Jahren – war es wieder so weit, und ULK´er hatten mit ULK´ern in ´89 Streit. WO und WANN treten Sie auf die „Rheinischen Kellermeister“, darum stritten sich nun – die närrischen Geister! Denn zur selben Zeit geplant – dess iss leider wahr, war der Auftritt beim ULK und beim KCK! Verpflichtet und dem Präsidenten im Wort, sagen die Kellermeister beim ULK hier vor Ort! Sie wurden, trotz „Bitten“, nicht aus der Zusage entbunden, Un´de´Rolf vum KC – hot dess garnit lustig gefunne! Er hat noch mit dem Fernsehen gelockt, doch die Kellermeister und de´ULK – die habe´gebockt. Man hat dann lange geschwätzt und getagt, und nach einer tragbaren Lösung gefragt. Fragt man heute nach – so hört man am Ende, etwas – ich nenne es – „die kleine Legende“. Die Lösung – spüren heute noch alle Leit´, denn de´ULK hat eine SEHR frühe Anfangszeit!!! Die Kellermeister konnten so singen – erst hier und dann dort, doch seit diesem Streit war de´Rolf – beim ULK donn fort!!!

Die ULKo´er von 1990 bis 2000

Ein Redner, ich sage den Namen hier nit, der kam nach 1990 – gern in die ULK´er Bütt. Die Nase ROT, die Finger WEISS – es Mundwerk schnell, un´mit de´Händ´die GESTIK – passte immer – GELL? Er schlug auf die Bütt – faste gern an den Rand, jetzt habt ihr den Mann – sicher alle erkannt! Vorm Auftritt war die Aufregung plötzlich groß, ei wo iss e donn blos – die wichtig rot´Nos? Hektisch wurde hinter der Bühne gesucht, es wurd´geschimpft uno´hefdisch geflucht. Doch gebe ich zu – ganz unumwunden, die ritzerot Nos – die wurd´nit gefunne! Sie war weg, verlegt, verloren oder gar geklaut. Manchen Kosenamen rief man jetzt wütend – sehr laut! Man nannte sich „A-Loch“ und sogar „DU BOBBES“, un´seit dem Tag, treht so e´Nos, ach en annere HOBBES!!!

Die ULKér von 2000 bis 2010

2002 wie das manchmal so geht, da kamen Aktiven deutlich – zu spät! Deshalb hat der Präsident wie man so sacht, die Pause mit 44 Minuten – mal länger gemacht. Für de´Wirt war das Spitze, er hatt´s nicht schwer, un´am Ende vun de´Pause – war´s Bier donn leer! Doch für die 2. Hälfte vun de´Sitzung – war dess nit so doll, denn „TISCH21″ war bis zum letzten Mann – bis obe´hie voll!!! Un´ach in Teil ZWEI – war´s fers Timing ein Graus, denn es fielen weitere – Gastredner aus. Die Saallieder waren auch schon gesungen, man war zum – improvisieren gezwunge´. Rudolfs erster Auftritt als – DER Bonbonprofessor“, die Stimmung an Tisch 21 – wurde dadurch nit besser. Tisch 21 feiert alkoholisiert seine eigenes Fest, man wurde laut – und störte den Rest. Da nahm der Präsident wütend die Schell, und erklärte „Tisch 21“ folgendes schnell: Ist Euch bei uns – das Niveau zu hoch, ich hab´EUCH jetzt satt, dann nemmt Euer Gläser und geht zur Barbarossagard!!! Ob sie gegangen – oder geblieben, das hat beim ULK – keiner aufgeschrieben. Doch wenn Ihr beim ULK – das Wort „Tisch 21“ mal hört, dann seit bitte leise, denn dann wisst ihr – „Ihr stört!“

Die ULK´er von 2010 bis HEUTE 2017/2018

Blicken wir zurück auf Dekade 9 – das bisher – letzte Stück, da konn mer sage: „Die ULK´er – hatte´überwiegend Glück!“ Seit 2012 an Rosenmontag – man die ULK´er doppelt sieht, weil seit do – en Traktor, en „zweite“ Wage´zieht! Das war klug – denn wie ihr wisst – dann kamen, ab 2014 neu hinzu – uns´re  Komitee-Damen! In ihrem närrischen Outfit, eine ECHTE Zier, stehen sie stolz – uff dem Wage hier! Un´die Trennung – zwischen Damen & Herren, fiel uns leicht, denn mir habbe somit – folgendes erreicht: Wenn die Männer – vorne WINKEN, könne´sich die Damen hinne SCHMINKEN. Und wenn die Damen – hinne´-huldvoll winke, könne mir Männer – vorne – in Ruh´einer TRINKE!!! Ein „KNALLER“ sollte werden ´14 – Sitzung Nummer 2, geplant war als Schlussredner – es iss „de´Pälzer“ dabei! Nur was in der Regie – keiner geahnt: De´“Chorman“ – hatte sich doppelt verplant. 50 Minuten – so groß war dess Loch, was tut – und hilft – uns da bloß noch??? DANK – „HeDieMeenzer“ – war´s uns noch gelunge, un´mir habbe mit dene, ihr KOMPLETT Programm gesunge! Es ging weiter – dem Komitee zur Qual, un´es Liederheft gesunge, mim gonze Saal! Doch dann – half Gott Jokus uns aus, zufällig war noch ein „ULK Aktive“ im Haus: Jochen Behrendt „DER Altstadtadel, hielt eine Rede –
ohne Fehl un´ohne Tadel! So ist es uns – dann noch geglückt, un´die Lücke wurde nahezu – ohne Hänger üwwerbrückt. Nur beim Ausmarsch – ich sage es mal grass, war beim Komitee – manche Hose nass! UND – Wir wollen es nicht verhehlen, vom Singen – gonz schee trocken die Kehlen!!!

Die ULK´er & die Zukunft – bis „9 * 11 Jahre in 2029!

Wir ULK´er versprechen – auch in der kommenden Zeit, halten wir für jeden Narren unsere Bühne bereit. Und der närrischen Tradition verbunden, verhandelt der Vorstand ganz unumwunden, mit den derzeit größten Narren dieser Welt, un´hot fer 2019 die May, de´Trump & de´Erdogan oibestellt! Denn EINS weiß heute jedes Kind, das die DREi – ganz große Narren sind. Nur ebbes DENE fehlt – ich sag´s KNAPP, E´“Echte Meenzer Narrekapp“!

Ein kleiner ULK´er „ZDF – Nachtrag“!

Reine Zahlen, Daten und auch Fakten, findet man alles – in staubigen Akten. Doch da sie stehen dort – allein, ist die Lektüre langweilig & nit so fein. „JA“ – sie gehören im Grunde hierher, doch machen Sie – das Lesen oft schwer. Die Geschichten – zwischen den Daten, ist das – worauf alle hier warten. Doch ist dies – was auch den Autor so quält, sie werden selten aufgeschrieben – meist nur erzählt. Un´bei Erzählungen, das wisst Ihr – Ihr Lieben, wird weggelassen, geschönt – oft übertrieben. Doch der KERN, das ist uns allen klar, gibt wieder – was einst mal geschah! Denkt dran, wenn in der Festschrift der Ausscheller spricht, er gibt nur wieder – die erzählte ULK´er Geschicht´! Und findest du einen Fehler beim Lesen, ist DIES – sicher keine Absicht gewesen. Kennst aber Du – eine Geschichte – welche hier fehlt, und dieses Fehlen – Dich auch noch quält, dann schreib sie auf und lass´es uns wissen, damit wir deine Geschichte – künftig nicht missen! Deine Tat wird von uns – mit närrischem Applaus quittiert, und ganz bestimmt in der „9 * 11“ – Festschrift zitiert.!!!

Text Uwe Merz